Was ist Light Painting?

 

Um diese Frage zu beantworten muss man erstmal verstehen wie Fotos generell zustande kommen.

Jedes Bild wird durch das Licht gezeichnet. Durch den Sensor in der Kamera wir das eingefangene Licht verarbeitet und bildet somit ein Bild. Darum: Ohne Licht kein Foto. Bei normalen Fotos ist die Lichtquelle statisch. Als Statische Lichtquelle wird z.B. das Sonnenlicht oder Licht von Straßenlaternen bezeichnet. Eigentlich alle Lichtquellen die man selbst nicht beeinflussen kann.

Beim Lightpainting fügt man dem Bild Licht hinzu und Beeinflusst dadurch das Bild. Als Lichtquelle dient z.B. eine Taschenlampe, Fackel oder auch Aufsteckblitze.

 


Grundeinstellungen beim Light Painting

 

Die Grundeinstellungen für Lightpainting sind nicht schwer. Es ist ein bisschen ausprobieren gefragt.

Das wichtigste ist die Belichtungszeit so lange einzustellen wie man es benötigt. Es braucht manchmal eine gewisse Zeit wie das Foto braucht. Zum Teil belichtet ihr bis zu 10 min. Daher ist auch eine Kamera mit BULB Modus wichtig, da die Belichtungszeiten bis zu 30 Sekunden, was bei vielen Kameras Standard ist, nicht ausreicht.

Die ISO stellt ihr einfach auf den niedrigsten Wert (bei mir 100). Wenn ihr die Belichtung mit der ISO einstellt habt ihr schon schnell ein Bildrauschen, welches möglichst vermieden werden sollte. Daher die ISO am besten nicht anfassen. Wenn ihr mal nicht drum rum kommt die ISO zu verändern, dann stellt aber nicht höher als ISO 400. Denn  je länger die Belichtungszeit ist, fängt das Bild bei niedriger ISO Zahl an zu rauschen. Bei normalen Fotos mit einer Verschlusszeit von z.B. 1/150s kann man mit einer ISO von 800 bis 1600 Fotografieren ohne, dass man ein merkliches Rauschen auf dem Bild sieht. Bei längerer Belichtung höchsten bis zu einer ISO von 400 gehen. Sonst sieht man das Rauschen.

Kommen wir zur Blende, welche für zwei Sachen wichtig ist. Zum einen zum Einstellen des Schärfebereichs. Da ihr beim Lightpainten zum Teil in verschiedenen Ebenen zeichnet und alles scharf sein soll. Deshalb solltet ihr die Blende mindestens auf den Wert 7 oder höher stellen.

Zum anderen nutzt ihr die Blende um die Hellichkeit des Lichtes zu Steuern. Häufig ist es so, dass ihr die Verschlusszeit nicht verkürzen könnt, da ihr sonst das Bild nicht fertig stellen könnt. Wenn das Licht zu hell oder Überbelichtet ist, könnt ihr einfach die Blende hochstellen, bis euch das Licht wieder gefällt.

Kommen wir jetzt zum Fokussieren von den Motiven. Im Dunkeln ist es schwierig mit dem Autofokus zu fokussieren. Nahe zu unmöglich. Daher geht in den Live View Modus und stellt den Fokus manuell ein. Den Punkt den ihr Fokussieren wollt leuchtet ihr mit einer Taschenlampe an oder stellt eine Person an den Punkt, der sich selbst anleuchtet.

Wenn ihr keine weitere Person habt und keinen Bezugspunkt habt, dann stellt nach Gefühl den Fokus ein. Stellt außerdem die Blende so hoch wie möglich, damit der Schärfebereich so groß wie möglich ist.


Grundausstattung

Für das Lightpainten braucht man eigentlich 3 Sachen, damit man anfangen kann.

Das wichtigste ist ein Stativ. Da ihr lange Belichtungszeiten habt, ist es nahezu unmöglich mit der Hand ohne Stativ die Kamera still zuhalten. Zu dem Stativ kann man sagen, dass es eigentlich jede Art von Stativ nutzbar ist. Es soll nur die Kamera halten und ein Verwacklungsfreies Bild sicherstellen. Darum könnt ihr auch ein Stativ für 20€ nehmen, wenn ihr nicht so viel Geld in das Hobby reinstecken wollt. Doch ich empfehle euch, gerade beim Stativ bisschen mehr zu investieren. Denn wenn ihr draußen bei windigen Wetter Fotos machen wollt, sollte das Stativ stabil stehen, dass keine Verwacklungen zustande kommen oder gar das Stativ mit Kamera umfällt und die Kamera kaputt geht.

Das nächste was wichtig ist eine Kamera mit einstellbarer Belichtungszeit. Es ist von Vorteil, wenn die Kamera den BULB Modus beinhaltet. Da man manchmal Belichtungszeiten von mehr als 30 Sekunden (Maximum bei meiner Kamera) benötigt, ist der BULB Modus von nöten. Außerdem ist man mit dem BULB Modus flexibler, da man die Fotos starten kann und wenn man fertig ist beenden kann. Deshalb hat man keinen vorgegebene Zeit in der man alle Sachen fertig haben muss. Darum steht man nicht unter Zeitdruck und die Ergebnisse (Qualität der Fotos) werden automatisch besser.

Wenn man dieses Hobby betreiben möchte muss man nicht unbedingt eine Spiegelreflexkamera kaufen. Mit den meisten Handys kann man die Belichtungszeit der Fotos einstellen. Man muss nur das Handy so fixieren, dass es nicht verwackelt.

Eine weitere Möglichkeit ist eine GoPro bzw. eine AktionCam. Ich weiß es nur bei einer GoPro sicher, dass man auch bei dieser die Belichtungszeit bei Fotos manuell verstellen kann. Daher ist auch diese für Lightpainting geeignet.

Der 3. wichtige Gegenstand ist eine Lichtquelle mit der ihr die Formen in das Bild zeichnet. Dazu kann man alle nichtstatischen Lichtquellen benutzen, wie z.B. Taschenlampe, Fackel, Lichterkette, usw. . Wenn ihr euch z.B. eine Taschenlampe kauft, spart auch hier nicht am falschen Ende. Es ist viel sinnvoller einmal eine gute Taschenlampe zu kaufen von der ihr mehrere Jahre was habt, als eine die jeden Monat den Geist aufgibt und keinen sauberen Lichtkegel erzeugt.

Mit diesen 3 Sachen könnt ihr jetzt sofort mit Dem Lightpainten anfangen. Doch es gibt noch weitere Sachen die hilfreich sind um coole Bilder zu bekommen.

Ein weiterer Gegenstand der extrem hilft ist der Fernauslöser. Da stellt sich die Frage, was für ein Fernauslöser nehme ich.

Die Fernauslöser mit Kabel haben eine begrenzte Reichweite, was manchmal sehr einschränkend ist. Ein Infrarot Fernauslöser hat den Nachteil, dass man direkt auf den Empfänger zielen muss, was manchmal nicht klappt. Außerdem ist auch die Reichweite sehr begrenzt. Meiner Meinung ist der Funkauslöser der beste Fernauslöser von den jetzt aufgezählten. Dieser hat die weiteste Reichweite und man kann aus jeder Position die Kamera auslösen.

Was ihr außerdem beachten solltet ist dunkle Kleidung zu tragen. Denn helle bzw. weiße Kleidung reflektiert das Licht eurer Lichtquellen und ihr seid auf dem Bild ungewollt sichtbar. Das kann man wie gesagt mit dunkler bzw. schwarzer Kleidung verhindern. Manchmal reicht es nicht sich dunkel anzuziehen, da das Gesicht auch sichtbar ist. Man kann dann einfach eine schwarze Sturmhaube, z.B. vom Kart fahren, aufsetzten. Damit wäre man auf dem Bild nicht mehr zu sehen und man kann sich ohne Einschränkung im Bild bewegen.